Geheimnisse um Jesus Christus

“ESOTERIC DOCTRINES OF BUDDHISM PARODIED IN CHRISTIANITY”

Die Theologen und Religionswissenschaftler suchen seit 200 Jahren nach einer Antwort auf die Frage Q (für Quelle): Wie sahen die Ur-Evangelien aus? Für die Basilides immerhin 24 Kommentar-Bände verfaßt hatte, wie Eusebius berichtet. Alles verbrannt.

Photo: Lühe-Verlag, fair use, Zitatrecht.

Ein Vergleich der Evangelien Jesu mit den Evangelien Buddhas nach Philologie, Phonetik und Gematria (Zahlencodes, Gott geometrisiert) durch Dr. Christian Lindtner 2005 (deutsch, dänisches Original 2003) beweist zweifelsfrei den buddhistischen Ursprung des Urchristentums, dessen philogischen Nachweis durch Dr. Lindtner die große Theosophin Blavatsky bereits durch erkenntnistheoretische Beweisführung 1877 vorweggenommen hatte.

Übrigens sah der deutsche Theosoph Dr. Rudolf Steiner nicht den Buddhismus, sondern das Judentum als Vorläufer des Christentums an, wie es auch die offizielle Darstellung ist, wenn er 1917 sagte: “Gesetzgebung des Judentums, die das Christentum vorbereiten sollte…” (Dornach 26.10.1917, GA 177, S. 201).

Die philologische Vergleichsarbeit ist erst seit ein paar Jahrzehnten möglich, seitdem diese Sanskrit-Texte im Westen verfügbar sind. Die Hauptquellen der christlichen Evangelien-Redakteure sind das Saddharmapundarika-Sutra (SDP), besser bekannt als das Lotus Sutra, das Mulasarvastivadavinaya (MSV), aber auch das Samghabhedavastu (SBV).

Aber das ist bis jetzt ein Tabuthema im Bereich der Religion. Ähnlich wie bei Tabuthemen Impfstoffe und “Viren” der Wissenschaft. Es wissen jeweils nur wenige Insider über die Wahrheit Bescheid, die hauptberuflichen Experten und die unwissende Allgemeinheit interessieren sich nicht dafür. Nützlichkeit zählt im dunklen Zeitalter mehr als Wahrheit.

Hinzu kommen die Sprachbarrieren. Westliche Theologen lernen Latein, Altgriechisch und Hebräisch, vielleicht noch Aramäisch, aber die Texte des Buddhismus in Sanskrit, Pali, Tibetisch, Chinesisch usw. bleiben ihnen verschlossen. [1]

Der 2020 leider zu früh verstorbene Dr. Christian Lindtner (er wurde 69 Jahre alt) war prädestiniert für seine Vergleichsarbeit, denn er beherrschte sowohl Altgriechisch wie auch Altsanskrit (das schwer ist und für das man zehn Jahre Studium benötigt, sagte er uns einmal als Schnelldenker. Es gebe nur ein Dutzend Menschen auf der Welt, die beide Sprachen sicher genug beherrschen wie er, um diese Vergleichsarbeit überhaupt machen zu können.

Schon ein kleines, kurzes Beispiel aus dem Vergleich Altgriechisch-Altsanskrit zeigt auf, daß Christus kein Personenname ist, sondern ein Beiname, nämlich Ksatriyas:

“Buddha wird als Königssohn geboren. Er ist daher ein Ksatriyas, ein Adeliger und Kronprinz. Die Evangelisten imitieren das Original auf folgende Weise: Der indische Ksatriyas wird zu Christus – griechisch khristos. Alle Konsonanten werden perfekt bewahrt: k – s – t – r – s = kh – r – s – t – s. Damit haben wir bereits das Geheimnis von Christus verraten: Christus ist kein anderer als Ksatriyas.” (Lindtner, S. 35, 222)

“Bisweilen wird ein kleines ho vor khristos eingefügt, was “der Christus” ergibt. (Dieser Artikel wird in modernen Übersetzungen oft ausgelassen, ebenso wie das kleine ho vor Jesus weggelassen wird.) Der Grund dafür ist, daß sanskrit ksatriyas ja aus drei Silben besteht. Fügt man dem griechischen khristos die eine Silbe ho hinzu, erlangt man die drei Silben, die ksatriyas hat.” (Lindtner, Seite 48).

Jetzt weiß man, warum die Urchristen nicht “Jesus Christus” sagten, sondern “Jesus, der Christus”, der Ksatriyas der Kriegerkaste (nicht der Brahmanen, die sich als Spitze dünken), warum die Urchristen nicht an eine realhistorische Person glaubten, sondern an einen Avatara (so wie der Tatort-Kommissar gar kein realer Polizist ist) und warum Jesus zu seinen Schülern sagt, daß sie das esoterische Geheimnis (daß er der Buddha in Verkleidung für die West-Mission ist) nicht verraten dürfen (Mk 4,11).

Auch Paulus kennt noch keinen Jesus Christus als Person, sondern nur Christos als kosmisches Prinzip im siebenfältigen Menschen. Daß man die Prinzipen oder Wesensglieder personifiziert und dabei die urspüngliche Bedeutung vergessen hat, ist eine schlimme Fehlentwicklung, die bis heute anhält und die Entäußerlichung Gottes und damit den Materialismus mit sich gebracht hat.

Das ist auch das Ereignis von Golgatha = Schädelstätte, man muß Denken und Verstand im Schädel haben, um das metaphyische Schauspiel verstehen zu können. Die Kleingläubigen, die nicht studieren, verstehen es nicht.

“Seit über zweihundert Jahren weisen Gelehrte auf den Einfluss des Buddhismus auf die Ursprünge des Christentums hin, doch christliche Theologen haben sich im Großen und Ganzen nicht ernsthaft mit dieser Beziehung befasst. Eine solche Untersuchung würde erfordern, dass sie sich ein tiefes historisches Wissen über den Buddhismus aneignen und die Sprachen Pali, Sanskrit, Tibetisch und Chinesisch beherrschen.

… Jesus und seine Jünger sind allegorische, nicht-historische Figuren, die mit historischen Figuren vermischt sind (wie Pilatus und einige Tempelpriester)… Sogar die Geschichte der ‚Kastenlosen Frau am Brunnen‘ ist eine fiktive Metaerzählung, obwohl sie die vielleicht historischen Personen Buddha und seinen ‚geliebten‘ Jünger Ananda betrifft – wenn sie denn tatsächlich historisch sind!…

… Jesus war eine allegorische Figur, die dem Gründer des Buddhismus und seinem Predigtstil aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. nachempfunden war: Dem des obdachlosen Wandermönchs….

Wenn die vier kanonischen Evangelien aus dieser Perspektive untersucht werden, könnten Beweise dafür auftauchen, daß die Evangelisten tatsächlich Inder waren – oder Personen, die in Indien oder von Indern ausgebildet worden waren.“

Die Übersetzer übersetzten nicht nur die toten Buchstaben, sondern auch die versteckte Bedeutung zwischen den Zeilen, wie man an der systematischen Verwendung der Gematria (Geometrie, Isopsephy, numerische Werte von Buchstaben, Wörtern und sogar Kapiteln und vollständigen Evangelientexten) in Kombination mit dem phonetischen Schlüssel erkennen kann.

Um den richtigen Zahlencode und den richtigen Klang eines Begriffs, Namens oder Ortes zu erhalten, mussten die Übersetzer hier und da neue griechische Wörter erfinden, um dem indischen Original so nahe wie möglich zu kommen, z. B. Thomas (der Name eines Apostels) für skt. tamas (Faulheit, Unwissenheit). Da es mehrere geheime Übertragungsebenen gibt, sagt Lindtner scherzhaft, dass die Übersetzung eher eine Untersetzung war.

“‘Die wunderbare Empfängnis’, Wunder und andere Ereignisse werden in Hülle und Fülle in Hardys Manual of Buddhism angetroffen. Wir können leicht beurteilen, warum die römisch-katholische Kirche die Menge so ängstlich in gänzlicher Unwissenheit über die hebräische Bibel und die griechische Literatur zu halten begehrt. Die Philologie und vergleichende Theologie sind ihre Todfeinde. Die willkürlichen Verfälschungen des Irenäus, Epiphanius, Eusebius und Tertullian sind zur Notwendigkeit geworden.”

Photo: Dr. Lindtner, fair use.

Das Merkwürdige daran ist, dass Dr. Lindtner mit modernem wissenschaftlichem Wissen im Jahr 2005 auf rein philologischer Basis zu dem gleichen Schluß kommt wie Helena Blavatsky in ihrem ersten Werk Isis Unveiled von 1877, ohne jede wissenschaftliche Ausbildung. Wie ist sie zu diesem Wissen gekommen, wenn ihre Erklärung, daß sie von Meistern ausgebildet wurde, nicht stimmt?

Das obige Isis-Zitat ist aus Kapitel 6 des 2. Bandes und scheint einer der vielen okkulten Späße gewesen zu sein, mit der sie ihre okkult-affinen Leser begeisterte, denn sie widerspricht damit dem angenommenen Vorläufer des Christentums, nämlich dem Judentum, dessen Stammeszahl bekanntermaßen die 6 ist.

Dr. Christian Lindtner konnte uns nicht erklären, wie Helena Blavatsky zu ihrem Wissen kam, da er ein Theravada-Buddhist war und die Existenz esoterischen Wissens sowohl im Mahayana-Buddhismus als auch in der Theosophie und der Mysterienschule der Neuplatoniker ablehnte. Er glaubte, es handele sich um clevere Erfindungen, um Märchen, um die Massen zu fangen und zu kontrollieren (persönliche Nachricht in seinem Haus im Jahr 2013). Er sah sich als Vorkämpfer der Philologie für Erkenntnisse, deren Zeit kommen werde, wenn er sagt:

“Es kann, meiner Meinung nach, keinen Zweifel darüber geben, daß es lediglich eine Frage der Zeit ist, daß wir Zeugen einer gewaltigen Wiederbelebung des Interesses daran werden, was als Vergleichende Evangelien-Studien bezeichnet werden könnte, und zwar bezüglich der buddhistischen Quellen des Neuen Testamentes, vor allem der vier Evangelien. Diese Wiederbelebung wird auch beinhalten, daß es eine neue Nachfrage nach einigen der frühen wissenschaftlichen Arbeiten geben wird, die sich mit dem Problem der gegenseitigen Beeinflussung von buddhistischen und N.T.-Erzählungen auseinandersetzen. […]

Wie ich überall wieder und wieder erklärt habe, sind die beiden wichtigsten buddhistischen Quellen der Mulasarvastivadavinaya (MSV) und das Saddharmapundarikasutram (SDP). Es gibt andere Quellen, aber MSV und SDP sind bei weitem die wichtigsten. Der Sanskrit-Text des MSV wurde Wissenschaftlern erst nach dem Zweiten Weltkrieg zugänglich.”

Das dänische Original Hemmeligheden om Kristus erschien 2003, neue Auflage posthum 2021, 272 pp. Seine Webseite (weitergeführt von seinem Sohn): jesusibuddha.com.

Dr. Lindtner rechtfertigt damit als Gelehrter, der die Originaltexte lesen konnte, völlig absichtslos Helena Blavatsky, die 126 Jahre zuvor (1877 und 2003) dasselbe behauptet hatte! Jedenfalls, oder gerade deswegen, wird Dr. Lindtners bemerkenswerte Forschung bis heute unterschätzt – sowohl von der Wissenschaft wie auch von den Theosophen.

Endnote

[1] Zitat aus seinem Nachruf: “Er betrachtete die Samtbäuche der Kirche als eine Bande von halbgebildeten Räubern und verwöhnten Nassauern, die sich einfach an ihre fetten Pfründen klammern und sich weigern, jeden Sonntag zu untersuchen, wofür sie stehen und worüber sie predigen. Ein besonderes Ziel seines Angriffs war die theologische Ausbildung, wo man einfach seine reichlichen Mittel genießt, anstatt Sanskrit zu lernen und die wahren Ursprünge des Christentums zu erforschen.

Ein Theologe sagte ihm während einer Konferenz: „Ich werde kein Sanskrit lernen“ und stampfte wie ein kleines Kind mit den Füßen. Die Haltung der Theologen lautete: „Das wollen wir nicht wissen!“ Christian Lindtners Schlussfolgerung war, dass sowohl die dänische Nationalkirche als auch die katholische Kirche heute in erster Linie lukrative Geschäftsinszenierungen sind – und zudem ein Deckmantel für die kommunistische Unterwanderung.”

Weiterführend

Die lesenwerte Verlagswerbung zu diesem Ausnahmebuch.

21.08.2020: Über christliche und buddhistische Evangelien
Von Dr. Christian Lindtner (Nærum, Dänemark)*

Neue Entdeckungen einer kleinen Gruppe von Gelehrten, die mit den alten klassischen Sprachen Griechisch, Sanskrit und Pâli vertraut sind, haben unsere traditionelle Sichtweise auf das frühe Christentum geändert, einschließlich der des Neuen Testaments (NT). So liefern die 27 auf Griechisch verfassten Bücher des NT im Vergleich zu alten buddhistischen Evangelien (sutram = euaggelion) erstaunliche Ergebnisse.

Wenn diese als Philologen bekannten Gelehrten Wort für Wort, sogar Silbe für Silbe, frühe buddhistische Evangelien mit den vier frühchristlichen Evangelien des NT vergleichen, können sie einfach nicht übersehen, dass das Griechische oft aus dem Pâli und dem Sanskrit übersetzt wurde.

Die Methode der „Übersetzung“ erscheint uns oft seltsam, aber dennoch auf ihre Weise konsistent und auch typisch; sie ist bekannt aus Übersetzungen eines Aquila vom Hebräischen ins Griechische.

Sehr häufig ist eine „Übersetzung“ eine solche, die bloß den Klang eines Wortes wiedergibt und nicht die exakte Bedeutung des Originals. In vielen Fällen sind die Konsonanten gleich, aber Vokale wurden geändert. Zum Beispiel ist der erste Schüler des Buddha als PuTRaS bekannt. Er wird dann als erster Jünger Jesu „wiedergeboren“, jetzt PeTRoS genannt. Dieser Petros, unser (St.) Peter, wird mit einem Felsen verglichen, dem griechischen PeTRa. Er wird „der erste Schüler“ genannt, griechisch PRôToS = „der erste“.

Die Übersetzung erfolgte oft über eine „Gematria“ benannte Methode, was bedeutet, dass jedes Wort zugleich eine Zahl ist, die durch Addition der Zahlenwerte jedes Buchstabens ermittelt wird. Die Zahlen werden zudem in geometrischen Mustern angeordnet. Zum Beispiel ist die Zahl von Petros 80 + 5 + 300 + 100 + 70 + 200 = 755. Wenn man einen Kreis mit 755 als Umfang zeichnet, ist das eingeschriebene Siebeneck 729, was die Zahl eines der vielen anderen Namen des Petros ist, nämlich Kêphas = 20 + 8 + 500 + 1 + 200 = 829. Wenn man dann das 729-Siebeneck in einen 729-Kreis ändert, enthält dieser Kreis einen „Fisch“ von 486. Doch 486 ist wiederum die Zahl des Felsens = Petra = 80 + 5 + 300 + 100 + 1 = 486.

Im Buddhismus lautet sein vollständiger Name Sâri-Putras = 312 + 1081, was 1393 entspricht.

Dies steht im Einklang mit dem 729-Kreis von Kêphas. Der Durchmesser im 729-Kreis beträgt nämlich 232,1656, und somit betragen sechs Durchmesser (= zwei Sechsecke) 1393 = Sâri-Putras.

Gleichzeitig ist 1393 auch die Zahl von Sâri-Putta = 312+ 1091 = 1393; es handelt sich um die Vokativform in Pâli.

Wenn wir zum 729-Kreis von Kêphas zurückkehren, werden wie sehen, dass das in diesen Kreis eingeschriebene Quadrat 656 ist. Dies ist die Zahl des Messias, mit denen Kêphas hier im Matthäus-Evangelium ein Gespräch führt.

Philologen, die diese drei oder vier Sprachen Wort für Wort studiert haben, können auf Hunderte solcher „Übersetzungs“-Beispiele verweisen. Dies sind Fakten, die nur ein Ignorant leugnen kann.

Leider sind es nicht bloß Ignoranten, sondern auch professionelle Theologen, die zu Tausenden ihren Lebensunterhalt verdienen, indem sie selbst an Universitäten ihren Glauben an einen „historischen“ Jesus und seine Jünger verbreiten.

Diese „abergläubischen“ Theologen bilden derzeit eine Mehrheit, während die Philologen eine kleine Minderheit bilden. Der Kampf Letzterer heutzutage kann mit dem alten Kampf zwischen Geozentrismus und Heliozentrismus verglichen werden.

Möglicherweise gibt es auch immer noch eine Minderheit, die der Meinung ist, dass die Erde flach und im Zentrum des Universums gelegen ist. Diese Minderheit ähnelt den heutigen professionellen Theologen, doch irgendwann müssen sie kapitulieren. Und ihre Kapitulation wird eine bedingungslose sein!

*) Sanskritologe, Herausgeber eines kritischen Pâli-Wörterbuchs, Übersetzer der Werke Nagarjunas, etc. – Webseite: www.jesusisbuddha.com

In memoriam Dr. phil. Christian Lindtner 1949-2020

UNSER MITTELEUROPA erfüllt die traurige Pflicht, uns von einem großen Wissenschafter und Mentor, unserem dänischen Gastautor Christian Lindtner verabschieden zu müssen: 

Christian Lindtner wurde in eine gute und klassisch ausgebildete Familie hineingeboren und hätte mit seinem einzigartigen Talent alles werden können. Sein Verstand stand jedoch für die klassischen Studien, und er studierte zuerst für eine offizielle Prüfung in klassischer Philologie, aber als er es zu einfach fand, studierte er weiter und warf sich über die klassischen indischen Sprachen Sanskrit und Pâli und das Studium der indischen Religionen, einschließlich Buddhismus. Dies war früher in den meisten Teilen Asiens weit verbreitet, und die in Indien verschwundenen Schriften finden sich häufig in Übersetzungen in anderen Ländern wie Tibet und China. Christian Lindtner versorgte sich folglich mit den notwendigen Sprachkenntnissen und machte sich dann auf die Suche nach Schriften für seine Dissertation in ganz Südostasien.

Seine akademische Karriere führte ihn u.a. an der University of Washington in Seattle und an die Universität von Kopenhagen. Die klassischen Studien waren jedoch bereits zu dieser Zeit bedroht, und allmählich verschwand die Indologie vollständig von der Universität. Lindtner war auch kein bescheidener Lakai für die herrschenden Kräfte, und er kam schließlich mit Rektor Nathan klar – den er in Briefen konsequent als Rektor Marxisimus Satan bezeichnete. Natürlich musste es schlecht enden, aber Christian Lindtner war finanziell nicht von einer Stelle an der Universität abhängig. Als er eine Kündigungserklärung erhielt, zog er sich zurück, um das zu sein, was auf Deutsch Privatgelehrter heißt, und als solcher veröffentlichte er eine unendliche Anzahl von wissenschaftlichen Artikeln und Büchern, ebenso wie er an wissenschaftlichen Konferenzen teilnahm und als Dozent und Gastlehrer in der ganzen zivilisierten Welt fungierte. Er wird heute international als einer der bedeutendsten Experten im Buddhismus der Welt bezeichnet.

Christian Lindtner war einer der kenntnisreichsten Religionswissenschaftler Dänemarks – aber in seiner Heimat war er einer der am wenigsten respektierten, da er weder mit Geld noch mit Virak gekauft werden konnte. Er ließ sich in seiner Arbeit unermüdlich von seiner ständigen Suche nach der ultimativen Wahrheit leiten, egal wohin ihn diese Suche führen könnte. Wenn er eine These hatte, untersuchte er sie und es stellte sich heraus, dass sie nicht dauerhaft war, er hielt sich nicht daran und verbrachte seine Zeit nicht damit, das zu verteidigen, was nicht verteidigt werden konnte.

Sein leider letztes großes Projekt wurde zu einer gründlichen Untersuchung der Quellen des Christentums. Als einer der wenigen in diesem Land beherrschte er nicht nur Latein und Griechisch bis zur Perfektion, sondern auch die Sprachen Buddhismus, Sanskrit und Pali (neben Tibetisch und Chinesisch). Vor diesem Hintergrund konnte er offenbaren, dass die Evangelien des Neuen Testaments im Wesentlichen nur eine Kopie älterer indischer Schriften sind – bis ins kleinste sprachliche Detail. Dies führte ihn auf einen Kollisionskurs mit den Geistlichen des Landes und nicht zuletzt mit den Bischöfen. Er betrachtete die Samtbäuche der Kirche als eine Bande von halbgebildeten Räubern und verwöhnten Nassauern, die sich einfach an ihre fetten Pfründen klammern und sich weigern, jeden Sonntag zu untersuchen, wofür sie stehen und worüber sie predigen.

Ein besonderes Ziel seines Angriffs war die theologische Ausbildung, wo man einfach seine reichlichen Mittel genießt, anstatt Sanskrit zu lernen und die wahren Ursprünge des Christentums zu erforschen. Ein Theologe sagte ihm während einer Konferenz: „Ich werde kein Sanskrit lernen“ und stampfte wie ein kleines Kind mit den Füßen. Die Haltung der Theologen lautete: „Das wollen wir nicht wissen!“ Christian Lindtners Schlussfolgerung war, dass sowohl die dänische Nationalkirche als auch die katholische Kirche heute in erster Linie lukrative Geschäftsinszenierungen sind – und zudem ein Deckmantel für die kommunistische Unterwanderung.

Christian Lindtners letzte Veröffentlichung war sein Postskriptum zu Geoff Roberts‘ kürzlich veröffentlichtem Buch Insight 2020, dass Jesus nie gelebt hat. Es hätte bei einem Treffen in Christiansborg am 8. November vorgestellt werden sollen. Das Buch wird später hier im Blog besprochen.

Christian Lindtner war auch ein guter nationaler Däne, der sich für die Erhaltung des Dänemarks einsetzte, in dem wir beide aufgewachsen sind, sowie für die Kultur und die Menschen, die es geschaffen haben. Dies brachte ihn oft auf einen Kollisionskurs mit der jüdischen Elite, aber Christian Lindtner war weit davon entfernt, ein vulgärer Antisemit zu sein. Als Wissenschaftler beobachtete er seine Umgebung und zog seine objektiv begründeten Schlussfolgerungen.

Er konnte auf vielen Gebieten eine ironische Distanz zu seiner Umgebung herstellen. Aber als er sah, dass seine Grundwerte bedroht waren, warf er sich mit voller Kraft in den Kampf. Christian Lindtner hat den dänischen Linguisten Rasmus Rask sehr hoch geschätzt. Rask war Lindtners Vorgänger beim Studium der indischen Sprachen, und Christian machte Rasmus Rask’s Epitaph zum Motto seines eigenen Lebens: „Du schuldest deinem Vaterland alles, was du erreichen kannst!“

Vor allem aber war Christian Lindtner ein edler, anständiger und hochgebildeter Mensch, dem Betrug, Lüge, Täuschung und Neid völlig fremd waren. Dies ist heute leider eine seltene Eigenschaft. In meinem letzten E-Mail-Austausch mit Christian, in dem wir gerade über den Rat der akademischen Welt gesprochen haben, schreibt er am 27. Oktober: „Ich werde bald ein Revolutionär sein!“. Ich antwortete ihm: „Aber wenn du ein Seil und eine Heugabel hast, lass uns anfangen … ich bin bei dir!“ Christian antwortete: „Gut, deshalb müssen wir gut auf unsere Gesundheit achten!! Es ist zu viel!“. Am nächsten Tag wurde er ins Rigshospitalet eingeliefert, und eine Woche später war er tot. Es ist unvorstellbar!

So ist plötzlich ein unendliches Wissensreservoir verloren gegangen – Wissen, das heute nur noch sehr wenige Menschen besitzen. Große Pläne sind gescheitert. Wir, seine Freunde, spüren die Leere und das Fehlen der inspirierenden und unterhaltsamen Diskussionen, in denen wir stundenlang die größten Themen dieser Welt erforschen und wenden und wenden konnten, so dass wir Zeit und Ort vergaßen und weder nass noch trocken wurden. Dafür hatten wir keine Zeit. Es gab wichtigere Dinge auf dem Programm. Wir werden seine beißende Ironie und seinen stechenden Humor vermissen. Natürlich gehen unsere Gedanken auch an seine Familie, deren Verluste noch größer sind. Unser letztes Treffen wurde aufgezeichnet und ist auf Radio Lindtner zu hören.

Wir sind jetzt verpflichtet, mit den uns zur Verfügung stehenden bescheidenen Mitteln zu versuchen, einige seiner Arbeiten fortzusetzen und einige seiner Visionen zu verwirklichen.

Ehre sei Christian Lindtner!

Povl H. Riis-Knudsen

Quelle: https://danmarksfrihedsraad.com/2020/11/05/dr-phil-christian-lindtner-1949-2020/

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