War Moses ein Jude?

Photo: Moses von Michelangelo; Dino Quinzani, CC 2.0, Wikipedia.

“Die Verfasserin hat sich einige Male gefragt: „Ist die Geschichte des Exodus – wenigstens in ihren Einzelheiten – wie sie im Alten Testament erzählt wird, ursprünglich? Oder ist sie wie die Geschichte von Moses selbst und viele weitere lediglich eine andere Lesart der von den Atlantiern erzählten Sagen?“

Denn wer, wenn er die über die Letzteren erzählte Geschichte hört, wird die große grundsätzliche Ähnlichkeit übersehen? Der Zorn „Gottes“ über die Halsstarrigkeit des Pharao, sein den „Auserwählten“ gegebener Befehl, die Ägypter vor der Abreise ihrer „silbernen und goldenen Gefäße“ zu berauben (Exodus 11) und schließlich die samt ihrem Pharao im Roten Meer ertränkten Ägypter (14). Denn hier ist ein Bruchstück der früheren Geschichte aus dem Kommentar: […]

Das klingt ganz erheblich nach dem ursprünglichen Material, auf dem die ähnlich verlaufende Erzählung im Exodus viele hunderttausend Jahre später aufbaute. Wie jetzt nachgewiesen wurde, stellt die Biografie von Moses, seine Geburt, Kindheit und Rettung aus dem Nil durch die Tochter des Pharaos eine Bearbeitung der chaldäischen Erzählung über Sargon dar. Und wenn dem so ist, dann sind die assyrischen Tontafeln im Britischen Museum ein guter Beweis dafür, und warum dann nicht auch die Erzählungen von den Juden, die den Ägyptern ihre Juwelen raubten, vom Tod des Pharao und seiner Armee und so fort? Die gigantischen Zauberer von Ruta und Daitya, die „Herren des Dunklen Gesichts“ können in der späteren Erzählung zu den ägyptischen Magiern geworden sein, und die gelbgesichtigen Völker [SD # 429] der fünften Rasse zu den tugendhaften Söhnen Jakobs, zum „Auserwählten Volk”.“

Screenshot: Isis Unveiled, content ch. 1, public domain.

Verstümmelungen der jüdischen heiligen Bücher in der Übersetzung

Vom ersten bis zum letzten Kapitel haben die Übersetzer der jüdischen heiligen Bücher diese Bedeutung falsch interpretiert. Sie haben sogar die Schreibweise des Gottesnamens geändert, wie Sir W. Drummond beweist. So würde El, richtig geschrieben, Al lauten, denn im Original steht es für אל – Al, und laut Higgins bedeutet dieses Wort den Gott Mithra, die Sonne, den Bewahrer und Retter.

Sir W. Drummond zeigt, dass Beth-El in der wörtlichen Übersetzung das Haus der Sonne und nicht das Gotteshaus bedeutet. „El bedeutet in der Zusammensetzung dieser kanaanitischen Namen nicht Deus, sondern Sol.“‡ So haben die Theologie die uralte Theosophie und die Wissenschaft die uralte Philosophie entstellt.§

§ Die absolute Notwendigkeit solcher frommen Betrügereien durch die frühen Väter und späteren Theologen wird deutlich, wenn man bedenkt, dass, hätten sie das Wort Al im Original belassen, es – außer für Eingeweihte – nur allzu offensichtlich geworden wäre, dass der Jehova des Moses und die Sonne identisch waren. Die Masse, die ignoriert, dass der uralte Hierophant unsere sichtbare Sonne nur als Sinnbild der zentralen, unsichtbaren und spirituellen Sonne betrachtete, hätte Moses – wie viele unserer modernen Kommentatoren es bereits getan haben – der Anbetung der Planetenkörper, kurz gesagt, des Sabäismus, beschuldigt.

Helena P. Blavatsky: Isis Unveiled (1877) I:13.

Komm.: War Moses ein Jude, oder nur ein umgestalteter, raubkopierter Sargon? Entweder war die Lüge schon immer das oberste Prinzip, dann dürfen daraus keine neuzeitlichen Gebietsansprüche abgeleitet werden. Oder man nimmt die Mysteriensprache der Eingeweihten an und damit die esoterische Lesart, daß hintergründig etwas anderes gemeint ist als die vordergründige Deckgeschichte, dann sind es keine Lügen, sondern ist eine mystisch-mythische Erzähltechnik. Aber auch daraus kann man keine neuzeitlichen Gebietsansprüche ableiten.

Weiterführend

  • A Comparison of the Institutions of Moses with those of the Hindoos and other Nations (1799).

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