1. Kor 15,6: "Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen."
- Die Bibel, Einheitsübersetzung
Ein koptischer Bericht, veröffentlicht in St. Petersburg 1903, beweist: Christentum war mal Buddhismus!

Richard Garbe befaßt sich mit den aus Indien stammenden Einflüssen auf das Urchristentum. Dabei handelt es sich vorwiegend um buddhistische Einflüsse auf das Neue Testament, auf die apokryphen Evangelien und die christliche Legendenliteratur.
Auch der christliche Kultus soll nach Garbe auf buddhistische Einflüsse zurückgehen. So haben der zeitlich ältere Buddhismus und das Christentum viele kultische Gemeinsamkeiten: die Klöster mit dem Mönchs- und Nonnenwesen, das Zölibat und die Tonsur der Geistlichkeit, die Beichte, die Verehrung der Reliquien, den Rosenkranz, den Turmbau, den Gebrauch des Räucherwerks und der Glocken.
Richard Garbe schreibt 1914: “Die echt buddhistische Rundzahl 500 hat schon einen alten koptischen Erklärer des Neuen Testaments, möglicherweise schon im vierten Jahrhundert, dazu bestimmt, den Vers I. Cor. 15, 6 zu indianisieren.
Die dort erwähnten mehr als 500 Brüder, denen der auferstandene Christus erschienen sein soll, werden nämlich von diesem Ausleger für Brahmanen erklärt! Siehe Oskar von Lemm: Der Alexanderroman bei den Kopten (St. Petersburg 1903), 119-120:
„Es ist in neuerer Zeit mehrfach der Versuch gemacht worden die Buddhalegende mit den evangelischen Berichten in Beziehung zu bringen; ein ähnlicher Versuch liegt uns nun bereits aus weit älterer Zeit vor – wenn der Verfasser wirklich Schenute ist – also schon aus dem vierten Jahrhundert.
„Da in diesem Texte von den Brahmanen das gesagt wird, was sonst von den Buddhisten berichtet wird, so scheinen hier die einen mit den anderen verwechselt worden zu sein.”
- Richard Garbe: Indien und das Christentum, S. 292 (1914, Reprint Süderbrarup 2004)

den Kopten (St. Petersburg 1903), S. 119.
Der dänische Sanskritist Dr. Christian Lindtner hat die buddhistische Quelle des Gleichnisses der 500 Brüder aufgespürt und kommentiert: „Maha-Parinirvana-Sutra 9: Im Dorf Nadika sind zahlreiche Brüder und Schwestern gestorben. Was wird aus ihnen werden? Es heißt ausdrücklich, dass „mehr als 500 Brüder gestorben sind“.
Dieser Satz findet sich im Sanskrit (9:15) und im Pali (Waldschmidt, S. 166). Das Pali wurde ins Englische übersetzt, z. B. von Trevor Ling: „Mehr als fünfhundert fromme Männer von Nadika, die gestorben sind“ (The Buddha’s Philosophy of Man, London 1981, S. 159). Dies erklärt die „mehr als fünfhundert Brüder…, von denen einige gestorben sind“ in 1. Kor. 15:6, eine Aussage, die Theologen stets größte Verlegenheit bereitet hat.
Die über 500 Brüder werden in keiner anderen antiken christlichen Quelle erwähnt – mit einer Ausnahme: Einer koptischen Quelle, die besagt, dass die über 500 Brüder indische Priester waren (siehe R. Garbe, Indien und das Christentum, Süderbrarup 2004 [Nachdruck der Ausgabe von 1914], S. 292). Wie wir gerade gesehen haben, ist daran etwas Wahres. Es gab eine indische Quelle für die 500.”
“Es kann, meiner Meinung nach, keinen Zweifel darüber geben, daß es lediglich eine Frage der Zeit ist, daß wir Zeugen einer gewaltigen Wiederbelebung des Interesses daran werden, was als Vergleichende Evangelien-Studien bezeichnet werden könnte, und zwar bezüglich der buddhistischen Quellen des Neuen Testamentes, vor allem der vier Evangelien. Diese Wiederbelebung wird auch beinhalten, daß es eine neue Nachfrage nach einigen der frühen wissenschaftlichen Arbeiten geben wird, die sich mit dem Problem der gegenseitigen Beeinflussung von buddhistischen und N.T .-Erzählungen auseinandersetzen.”
- Dr. Christian Lindtner in seinem Vorwort zu Neuauflage von Richard Garbe: “Indien und Christentum” im Lühe-Verlag 2004.
“Seit über zweihundert Jahren weisen Gelehrte auf den Einfluss des Buddhismus auf die Ursprünge des Christentums hin, doch christliche Theologen haben sich im Großen und Ganzen nicht ernsthaft mit dieser Beziehung befasst. Eine solche Untersuchung würde erfordern, dass sie sich ein tiefes historisches Wissen über den Buddhismus aneignen und die Sprachen Pali, Sanskrit, Tibetisch und Chinesisch beherrschen.”
Fazit von Dr. Michael Lockwood: „Hier ist der entscheidende Beweis des Krypto-Buddhismus! Überliefert von zwei herausragenden Gelehrten, Lemm und Garbe.“
Die wichtigsten Quellen auf einen Blick (chronologisch)
- Schmidt, Isaac J. – Über die Verwandtschaft der gnostisch-theosophischen Lehren (1828)
- Blavatsky, Helena P. – The Esoteric Character of the Gospels (1887-1891)
- Massey, Gerald – The Historical Jesus And Mythical Christ (c. 1900)
- Lemm, Oskar von – Der Alexanderroman bei den Kopten (St. Petersburg 1903)
- Garbe, Richard – Indien und das Christentum (1914). Nachdruck im Lühe-Verlag 2004.
- Lindtner, Dr. Christian – Geheimnisse um Jesus Christus (2005) Webseite jesusisbuddha.com
- Lockwood, Dr. Michael – Buddhism’s Relation to Christianity (2010)
- Lockwood, Dr. Michael – Crypto-Buddhism’s ‘Smoking Gun’ (2015) – 500 Brothers
- Lindtner, Dr. Christian – 500 Brothers (Århus handout 2015)
Entwurf einer chronologischen Quellensammlung über den Zusammenhang von Christentum und Buddhismus, dem Evangelium des Jesu und dem Evangelium des Buddha
Schmidt, Isaac J. – Über die Verwandtschaft der gnostisch-theosophischen Lehren (1828)
Strauß, David Friedrich – Leben Jesu, Tübingen 1835, 4. A. 1. Band Tübingen 1840, 4. A. 2. Band Tübingen 1840; 3. A. Leipzig 1874
Jacolliot, M. Louis – The Bible In India. Hindoo Origin of Hebrew and Christian Revelation (1870)
Blavatsky, Helena P. – Isis Unveiled (1877)
Blavatsky, Helena P. – The Esoteric Character of the Gospels (1887-1891)
Massey, Gerald – Are The Teachings Ascribed To Jesus Contradictory? (1887)
Lillie, Arthur – Buddhism in Christendom: or, Jesus, the Essene (1887)
Lillie, Arthur – Buddhism and Christianity: A Comparison (1889)
Lillie, Arthur – The Influence Of Buddhism On Primitive Christianity (1893)
Carus, Paul – Buddhism and Christianity (1894)
Massey, Gerald – The Historical Jesus And Mythical Christ (c. 1900)
“In fact in his posthumous work, “A Rebirth for Christianity, Dr. Kuhn called attention to the great worth of Massey’s research on Christian origins, as follows: “With brilliant scholarship and insight he pierced Egypt’s enigmatic scriptology, and documented the provenance of both Old and New Testament literature from remote Egyptian sources. He forced us to ask how the four Gospels of the Christian canon could be the biography of any Messianic personality living in the first Christian century, when he traced their texts back to Egyptian documents that must have been venerable even in 3500 B.C.”
“We are faced with the inescapable realization that if Jesus actually lived in the flesh in the first century A.D., and if he had been able to read the documents of old Egypt, he would have been amazed to find his own biography already substantially written some four or five thousand years previously. Tertullian, Justin Martyr and other writers have noted that the leaders of the Christian movement confessed that many of their doctrines, rites, creeds and symbols were identical with Egyptian antetypes. The late outstanding American Egyptologist, James H. Breasted, found evidence of such similarities between the Old Testament book, Proverbs, and addresses to the Pharaoh of Egypt dating as far back as 3500 B.C. All this confirms Massey’s conclusions.” (pp. 39-40).
Lemm, Oskar von – Der Alexanderroman bei den Kopten (St. Petersburg 1903)
Edmunds, Albert J. – Buddhist & Christian gospels: Being gospel parallels from Pali texts. [reprinted with additions] now first compared from the originals (1905). 3d and complete ed. Edited with parallels and notes from the Chinese Buddhist Tripitaka by M. Anesaki.
Drews, Arthur – Das Christentum des neuen Testamentes, in: “Das freie Wort”, V. Jg. 1905/06.
Theodor J. Plange – Christus – ein Inder? (1906). Nachdruck im Lühe-Verlag.
Cushing, Josiah Nelson – Christ and Buddha (1907)
Lillie, Arthur – India in Primitive Christianity (1909)
Drews, Arthur – Hat Jesus gelebt? Reden gehalten auf dem Berliner Religionsgespräch des Deutschen Monistenbundes am 31. Januar und 1. Februar 1910 im Zoologischen Garten über “Die Christusmythe”. Verlag des Monistenbundes, 1910; Nachdruck mit aktueller Einführung 2022, Forsite Verlag.
Drews, Arthur – Die Christusmythe. Gab es einen historischen Jesus überhaupt? Jena, 1909, xii+ 190 S. Verbesserte und erweiterte Auflage 8.-9. Tausend, Jena 1910, xxiv+262 S. Völlig umgearbeitete Ausgabe, 12.-14. Tausend, Jena 1924, 237+7 S.
Drews, Arthur – The Christ Myth. Was Jesus a Historical Figure? London 1910,
Drews, Arthur – Die Christusmythe. Teil 2. Gab es einen historischen Jesus überhaupt? Jena, 1911, xxii+451 S.
Fuhrmann, Christian Paul – Der Astralmythos Von Christus: Die Lösung der Christussage durch Astrologie, Leipzig o.J. [1911], xvi+284 S. + Karte.
Drews, Arthur – Lebt Jesus? Reden über den ‘historischen Jesus und die Religion’, gehalten am 12. März 1911, von Prof. Dr. Arthur Drews — Kernprobleme der Gegenwart. Berliner Religionsgespräch herausgegeben von Alfred Dieterich, Berlin, 1911
Verlag des deutschen Monistenbundes
Drews, Arthur – The witnesses to the historicity of Jesus (1912). Translated by Joseph McCabe. Preface: “The present work is an abbreviated and amended version … of the volume which the author recently published as the second part of The Christ-myth.”
Drews, Arthur – The Gospel of Mark as a Testimony against the Historicity of Jesus (1921)
Pryse, James Morgan – The restored New Testament, the Hellenic fragments, freed from the pseudo-Jewish interpolations, harmonized, and done into English verse and prose (Vol 2 of 2, 1925)
Drews, Arthur – Das Markusevangelium als Zeugnis gegen die Geschichtlichkeit Jesu (The Gospel of Mark as a testimony against the historicity of Jesus), Jena, 1921, 326 S., 2. A. 1928, 385 S.
Garbe, Richard – Indien und das Christentum (1914). Nachdruck im Lühe-Verlag 2004.
Glover, John F. R. H. – The Buddha and the Christ (1915)
Drews, Arthur: Die Leugnung der Geschichtlichkeit Jesu in Vergangenheit und Gegenwart, Karlsruhe 1926, ii+234+7 S.
Dressel, Dr. Jutta – Hat Jesus wirklich gelebt? Landsberg a. W. 1937, 52 S.
Thundy, Zacharias P. – Buddha and Christ: Nativity Stories and Indian Traditions. E.J. Brill, Numen Book Series, Volume: 60, 1992.
Lindtner, Dr. Christian – Geheimnisse um Jesus Christus (2005) Webseite jesusisbuddha.com
The sources of CHRESTOS and CHRISTOS in Antiquity (2008)
Pettipiece, Timothy – The Buddha in Early Christian Literature (2009)
Murdock , D. M. – The Origins of Christianity (2009) Webseite Stellar House Publishing
Lockwood, Dr. Michael – Buddhism’s Relation to Christianity (2010) Review by D. M. Murdock. Link 2.
How a Tale From The Life of Apollonius of Tyana May Illustrate the Destiny of the Vatican (2013)
Hopkins, Daniel Joseph – Jesus’s Godama Sources (2013)
Lindtner, Dr. Christian – 500 Brothers (Århus handout 2015)
Lockwood, Dr. Michael – The Unknown Buddha of Christianity (2019)
Murdock, D. M. – The Christ Conspiracy. The Greatest Story Ever Sold. Revised Edition (2020)
08.12.2021: The Buddhist Influence on Gnosticism, Christianity, and Judaism. How did Buddhism impact the Abrahamic religions and their mystery branches once it made contact with the west? Did it affect the Gnostics, or is Gnosticism just a continuation of the original Buddha teachings? Did Jesus kill Buddha on the road to Emmaus or take some of his sutras? We’ll get the answers and uncover how Buddha and Hermes might be the same figure, all part of global reform against orthodoxy that continues even today.
Studien, die keinen nennenswerten Zusammenhang zwischen Christentum und Buddhismus erkennen
Weinel, Heinrich – Ist das “liberale” Jesusbild widerlegt? Eine Antwort an seine “positiven” und seine radikalen Gegner mit besonderer Rücksicht auf A. Drews, Die Christusmythe. Tübingen 1910, viii+111 S.
Weiss, Johannes – Jesus von Nazareth, Mythus oder Geschichte? Tübingen 1910, viii+171 S.
Rossington, Herbert J. – Did Jesus really live? A reply to ‘The Christ myth’, London 1911, 84+4 S.
Thorburn, Thomas James – Jesus the Christ: historical or mythical? A reply to Professor Drews’ Die Christusmythe, Edinburgh 1912, xix+311+13 S.
Conybeare, Frederick Cornwallis – The historical Christ; or, An investigation of the views of Mr. J.M. Robertson, Dr. A. Drews, and Prof. W.B. Smith, London 1914, xi+235 S.
Graber, Oskar – Im Kampfe um Christus eine Überprüfung der Angriffe des Professors Artur Drews gegen die geschichtliche Existenz Jesu, Graz 1927, viii+230+1 S.
Winternitz, Maurice – A History of Indian Literature (1933)
“When we sum up all that has been brought to light by the comparison of the four gospels with the Buddhist texts, it is seen that the differences greatly outweigh the points of agreement.” p. 413.
“There is not much of importance to be found in the propaganda literature which serves the Neo-Buddhist movement.” p. 423
Klatt, Norbert: Literarkritische Beiträge zum Problem christlich-buddhistischer Parallelen (Arbeitsmaterialien zur Religionsgeschichte 8) Religionswissenschaftliches Seminar/Bonn (in Komm. bei E. J. Brill/Köln) 1982; XXXVII + 200 S.
Der Vf. geht in dieser Dissertation einer Frage nach, die in der modernen Exegese nahezu jede Attraktivität verloren hat, während sie in Buddho- und Indologenkreisen immer wieder einmal diskutiert wird: die christlich-buddhistischen Parallelen.
Um die beobachteten tatsächlichen Parallelen nicht vorschnell durch gegenseitige Abhängigkeit zu erklären, wie es in der Vergangenheit vielfach geschehen ist, entwickelt der Vf. genaue Regeln, die zu einer wissenschaftlich begründeten Aussage in diesem Bereich führen sollen (S. 20ff). So fordert er u. a. eine exakte textkritische Arbeit und die Prüfung der Frage, ob der jeweilige Text in seine kulturgeschichtliche Umwelt paßt oder nicht. Erst wenn dies für die betreffenden neutestamentlichen und buddhistischen Texte geleistet ist, kann die Frage nach den konkreten Parallelen und einer evtl. Abhängigkeit ernsthaft diskutiert werden.
Im einzelnen untersucht der Vf. die Parthenogese Jesu und Buddhas (S. 49ff), Simeon und Asita (S. 83ff), die Versuchung Jesu und des Buddha (S. 108ff) und den Wasserwandel Jesu, Petri und des Buddha (S. 143ff). Der Vf. kommt zu dem Schluß, daß allein beim zuletzt genannten Beispiel eine plausible Fundierung für die Annahme besteht, daß die buddhistische Erzählung „als Vorlage des Matthäusberichtes anzusehen“ (S. 197) ist. Für alle voraufgegangenen Beispiele scheidet nach dieser Studie die Wahrscheinlichkeit einer solchen Abhängigkeit aus.
Damit ist die künftige Diskussion auf ein Beispiel eingeschränkt, und hier muß sicher auch noch weitergearbeitet werden. Dies bedeutet, daß die impliziten Vorentscheidungen des methodischen Vorgehens (S. 36-48) in ihrer Anwendbarkeit auf orientalische Literatur weiter diskutiert werden müssen, um genauer zu klären, was gemeint ist, wenn „eindeutig“ ein Text auf eine fremde Kultur zurückführbar ist (vgl. S. 46-48 die Nummern 2, 5. u. 8).
Die vorliegende Arbeit leistet einen wichtigen methodischen Beitrag zur Erforschung von literarischen Parallelen und hat mit Blick auf die christlich-buddhistischen Parallelen für die Evangelien die Diskussion endgültig auf ein einziges Problem reduziert.
Peter Antes
Flohr, Michael – Der historische Jesus und der Christus des Glaubens, 25 S. [2008]. Zitat: “Der ‘Christus des Glaubens’ und der ‘historische Jesus’ sind nicht weit voneinander entfernt, für die Verfasser des Neuen Testaments waren sie in der Tat identisch – sie hatten im Glauben ihre Antwort auf die Frage an Jesus Wer bist Du? gefunden.”
